Konstruktion und Bau der Fernweh, geschrieben vom Erbauer, meinem Großvater
1. Vorbereitung 2. Der Bauplatz 3. Erste Bauphase 4. Stapellauf 5. Zwischenfälle 6. Fertigstellung


Die „Fernweh“ hatte ich von Anfang an im Kopf.

Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit, die mit Zeichnen, Berechnungen und einem Jahr der Materialbeschaffung angereichert waren, wurde im Herbst 1981 mit dem Bau der „Fernweh“ begonnen. Mit ein paar frommen Sprüchen im Kopf, wie: „Mit dem Beginn geht‘s los“, machten wir uns Mut. Das Projekt war im Kopf ausgereift und einige Maße standen sowieso im vornherein fest. Unser Bootshaus ist 12 x 4 m und so konnte das Boot circa 11 x 3 m werden. Um einige Stabilitätskriterien zu ermitteln und um Form und Raumaufteilung besser beurteilen zu können, wurde im Winter zuvor ein Modell im Maßstab 1:10 angefertigt. Grundvoraussetzungen unseres Planes waren:

- das Boot sollte eine komplette Stahl - Schweißkonstruktion werden

- mindestens fünf Schlafplätze haben

- eine Pantry für den Langzeiturlaub für mindestens fünf Personen besitzen

- eine Toilette mit den Mindestmaßen 2 x 1 m, mit WC, Waschbecken und Schmutzwasserzelle

- eine Wohnplicht mit abnehmbarem Hardtop

- eine Badeplattform, mindestens 3 x 1 m, mit bequemer Leiter auch zum Wasser hin

- eine mindestens 300 mm breite Gangbord mit hüfthoher stabiler Reling, so dass man noch im hohen    Alter das Schiff im Griff hat

- der Motor sollte unter Flur liegen

- ein begehbares Sonnendeck über der Kajüte usw. usf.

Die Forderungen dies alles unterzubringen gründeten sich aber auf viele Jahre Erfahrung im Wassersport auf den Binnengewässern und den uns damals zur Verfügung stehenden, begrenzten, Küstengewässern, denn schließlich lebten wir zur Bauzeit in der DDR.

Den Komplex Materialbeschaffung lasse ich aus diesen Gründen weg, denn hier würde der Leser vor lauter Lachen nicht weiterlesen können. Nur so viel: die Schrottplätze zwischen der Küste und dem Erzgebirge waren unsere Fundgrube. (.....)


 
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