Konstruktion und Bau der Fernweh, geschrieben vom Erbauer, meinem Großvater
1. Vorbereitung 2. Der Bauplatz 3. Erste Bauphase 4. Stapellauf 5. Zwischenfälle 6. Fertigstellung


Wichtiger aber war, dass wir das Projekt Neubau auch bis zum Ende durchstehen. Wir hatten im Bekannten- und Freundeskreis mehr Zweifler als Optimisten: Ein 11m langes Boot war in den 80‘er Jahren schon ein dickes Ding, zudem hatten wir die 40 um ein paar Jahre überschritten. Zur Ergänzung muss gesagt werden, dass wir zwei Boote bauen wollten. Mit einem guten Freund  zusammen, für den wie auch für mich der Satz galt „Geht nicht gibt es nicht“. Zu oft haben wir am Bootshaus, mit einer Flasche Bier in der Hand gesessen und unsere Träume in die Abendsonne, auf den Grienerick See, hinausgeschickt.

Unser Bauplatz war ein wild bewachsener Garten am Stadtrand. Als Werkstatt kauften wir eine alte Laube, demontierten sie und bauten sie im Garten wieder auf. Schließlich benötigten wir für die nächsten Jahre einen trockenen Unterstand für Maschinen und Werkzeug. Alles Arbeiten die noch dazukamen.

Unsere Ausrüstung war absolut antiquarisch:

- eine Ständerbohrmaschine (100 Jahre alt)

- eine ebenso alte elektrische Kaltsäge

- ein alter Amboss

- ein paar Handbohrmaschinen

- ein Trennjäger (1980 gab es nur einen Typ im Ostblock aus Tschechischer Produktion der 15 kg  wog)

- ein Berg von Schraubzwingen und Klemmen

- mehrere Hämmer, Meißel und Feilen

- und einen großen Haufen Kies, zum Treiben von Spanten und Blechen.

Hört sich das nicht abenteuerlich an?

Trotzdem nannte man unsere „Helling“ Blohm + Voss - für uns war es die „HeiRö“ Werft, in Anlehnung an die Anfangsbuchstaben unserer beiden Nachnamen. (.....)


 
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