Notwendige Umbauten


Die "Fernweh" wurde Ende der 1970er Jahre konstruiert und zwischen 1981 und 1986 in der ehemaligen DDR gebaut (siehe hierzu). Nun war die ehemalige DDR nicht gerade dafür bekannt, dass man mit seinem Boot auf den Seeschifffahrtsstrassen ohne Probleme verkehren durfte. Aus diesem Grund wurde die "Fernweh" für die Binnengewässer der Mecklenburgischen Seenplatte,  ohne Anspruch der vollen Seetüchtigkeit, entwickelt. Daher ist leicht zu schlussfolgern, dass für eine geplante Weltumrundung viele kleine und große Details verändert werden müssen. Einige sollen hier genannt werden.

Als erstes ist hierbei natürlich zu erwähnen, dass die Fernweh ein Motorboot ist. Motorboote neigen dazu, die Fahrt einzustellen, wenn der Treibstoff sich dem Ende nähert. Mit unseren 990 Litern Dieselvorrat kommen wir ohne äußere Einflüsse (wie zum Beispiel Strom und Wind) knappe 1600 sm (3000 km). Damit ist eine Atlantiküberquerung von den Kapverdischen Inseln nach Brasilien (ca. 1450 sm) durchaus möglich. Die längste Route über den Pazifik, von den Galapagos-Inseln hin zur Osterinsel, hat jedoch 1900 sm, so dass man an einer Erweiterung der Tankkapazität auf 1400 Liter nicht vorbei kommt.
Trotzdem ist geplant, als letzte Reserve ein Notsegel zu konstruieren, mit dem die Manövrierfähigkeit erhalten werden soll. Da Motorboote auf Hoher See wesentlich schlechter im Wasser liegen und mehr Rollen als Segelboote, soll an diesem Notsegelmast ein sogenanntes Stützsegel angebracht werden, wie man es von den Fischkuttern kennt. Damit, und mit sogenannten "Flopperstopper", sollen unangenehme Rollbewegungen reduziert werden (wer schon mit einem kleinen Boot bei Seegang unterwegs war, weiss wovon ich spreche).
Als problematisch gestalten sich die großen Fenster, die im Salon zwar für eine herrliche Rundumsicht bieten, für Hochseefahrten auf Grund der Bruchgefahr durch überkommende Wellen jedoch ein Risiko darstellen. Daher ist geplant diese durch panzerglasähnliche Stärken zu ersetzen. Außerdem haben wir bereits "Sturmplatten", die an der vorderen Reling befestigt werden können und so den Wellen einiges an Kraft nehmen.
Hinzu kommt ein grundlegenes Refit der in die Jahre gekommen Elektrik samt neuer Batterien, Kabel etc.

 
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